
Unsere Geschichte - Eine Vision, die Generationen verbindet
Die Europäische Jugendwoche ist kein Zufallsprodukt, sondern eine Antwort auf die Geschichte. Gegründet wurde sie 1953 von Hella Heynmöller. Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs verfolgte sie ein klares Ziel: Die Jugend Europas sollte sich gegenseitig kennen, respektieren und verstehen lernen, damit Frieden zur Selbstverständlichkeit wird.
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Was vor über 70 Jahren mit 60 Teilnehmenden begann, ist heute eine lebendige Bewegung. Bis heute haben rund 300 Folkloregruppen mit etwa 10.000 jungen Menschen dieses Abenteuer geteilt. Es ist die Chance, kulturelle Werte zu pflegen – ganz gleich, welcher Herkunft, Religion oder Weltanschauung man angehört.
Die Anfänge (1953)

Damit so etwas nie wieder geschieht, sollte sich die Jugend Europas gegenseitig kennen, respektieren und verstehen lernen. Als Ort der europäischen Begegnung hat die Gründerin die symbolträchtige Burg Ludwigstein gewählt. Sie liegt unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und sie war und ist ein Zentrum der deutschen Jugendbewegung.
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Hier sollten sich Jugendliche aus ganz Europa durch Singen, Musizieren und Tanzen miteinander verständigen und untereinander ins Gespräch kommen. So führte der Weg über die Volkstanzgruppen der europäischen Länder.
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1953 fand das erste Treffen statt. Insgesamt waren es 60 Teilnehmer: eine Volkstanzgruppe aus Österreich, Einzelteilnehmer aus Schweden, Dänemark, der Schweiz und der Bundesrepublik. Trägerin des Treffens war die Vereinigung Jugendburg Ludwigstein. 1971 wurden Hella Heynmöllers Verdienste als aktive Europäerin mit der Verleihung der Robert-Schumann-Medaille gewürdigt.

Hella Heynmöller, 1984

Hartmut Reiße
Musik, Tanz und Organisation im Wandel
Von 1962–1984 leitete Ward de Beer die Chor- und Orchesterarbeit der Europäischen Jugendwochen. Ihm ist zu verdanken, dass neben dem Volkstanz auch das Singen und die Instrumentalmusik tragende Pfeiler wurden.
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Sein Nachfolger war Uwe Henkhaus, der bis 2004 den Chor und das gemeinsame Singen leitete. Die darauf folgenden verschiedenen Chor- und Orchesterleiter setzen die Arbeit mit jeweils eigenen Schwerpunkten fort.
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1981 löste man sich von der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein und gründete den Arbeitskreis Europäische Jugendwochen Burg Ludwigstein e.V.
1984 wurde Hella Heynmöller Ehrenvorsitzende des Vereins, 1986 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Sie verstarb am 6.2.1988 im Alter von 75 Jahren.
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Die Mitgliederversammlung wählte 1984 Hartmut Reiße zum 1. Vorsitzenden, der den Verein bis 2002 führte und heute Ehrenvorsitzender ist. Seine Nachfolger waren Norbert Gorldt gemeinsam mit Maike Lenz-Scheele, ab 2008 Michael Göbel.
Finanzierung und Märkte
Die Finanzierung der Europäischen Jugendwochen erfolgte zunächst hauptsächlich aus öffentlichen Mitteln, ergänzt von privaten Förderern. In den Jahren 1975, 1977, 1981, 2011 und 2014 mussten die Treffen aus finanziellen Gründen leider ausfallen. Derzeit wird der Verein nicht mehr öffentlich gefördert.
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Der größte Beitrag zur Finanzierung wird heute von den Vereinsmitgliedern selbst getragen. Seit 1983 veranstaltet der Arbeitskreis jährlich einen Ostereiermarkt und seit 1985 einen Adventsmarkt auf Burg Ludwigstein. Die Erlöse dienen der Finanzierung der Europäischen Jugendwochen.
Internationalisierung & Die Ludwigsteiner
Eine große Neuerung für das Vereinsleben war die Gründung der vereinseigenen Folkloregruppe „Die Ludwigsteiner“ durch Fritz Lenz im Herbst 1990, die seit 1991 als deutsche Vertretung bei den Eurowochen mitwirkt.
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Schon seit den ersten Jugendwochen waren regelmäßig Gruppen aus Osteuropa zu Gast – unter anderem aus Polen, der ehemaligen Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn. Nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze kamen ab 1990 auch ostdeutsche Gruppen hinzu.
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Seit der Wende nahmen zudem Gruppen aus den neu entstandenen Staaten des früheren Ostblocks teil, etwa aus Weißrussland, der Ukraine, Lettland und der früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien.


Engagement und Öffnung zur Öffentlichkeit
In den Jahren 1993 und 1994 verstarben mit Fritz Lenz und Renate Vigelahn zwei Persönlichkeiten, die die Europäischen Jugendwochen entscheidend geprägt haben. Beide waren langjährige Stellvertreter von Hartmut Reiße und Hauptinitiatoren sowie Organisatoren der Treffen und Märkte.
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Im Laufe der Zeit öffnete sich die Europäische Jugendwoche zunehmend auch der Öffentlichkeit im Werra-Meißner-Kreis. Es gab zahlreiche Auftritte, unter anderem beim Deutschen Wandertag in Eschwege (1987), auf dem Hanstein (1990), in Großalmerode-Trubenhausen (seit 1993) sowie regelmäßig in umliegenden Ortschaften.
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Tradition haben die Eröffnungsveranstaltungen auf dem Marktplatz in Witzenhausen sowie die Vorstellungen in Heiligenstadt (seit 1996) und auf der Freilichtbühne in Fürstenhagen (seit 1985).
Jubiläen und Bedeutung heute
2006 feierte die Europäische Jugendwoche ihr 50-jähriges Bestehen, 2018 folgte die 60. Eurowoche. Insgesamt haben in dieser Zeit rund 300 Folkloregruppen mit etwa 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Europäischen Jugendwochen teilgenommen.
Unsere Geschichte in Kürze
1953
1960er–1970er
1981
1990er Jahre
Heute
Gründung der Europäischen Jugendwoche
Hella Heynmöller gründet die Europäische Jugendwoche als Antwort auf den Zweiten Weltkrieg – mit dem Ziel, durch Begegnung, Musik und Tanz gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Wachstum und künstlerische Entwicklung
Volkstanz, Gesang und Instrumentalmusik entwickeln sich zu den tragenden Säulen der Eurowoche. Immer mehr internationale Gruppen nehmen teil.
Gründung des Arbeitskreises
Der Arbeitskreis Europäische Jugendwochen Burg Ludwigstein e.V. wird gegründet und übernimmt die Organisation der Eurowoche.
Internationalisierung & neue Generationen
Neue internationale Begegnungen und die Gründung der Folkloregruppe Die Ludwigsteiner erweitern die Eurowoche und stärken ihren internationalen Charakter.
Begegnung mit Tradition
Mehr als 300 Gruppen und rund 10.000 Teilnehmende sind Teil der Geschichte der Eurowoche. Bis heute steht sie für Austausch, Freundschaft und Völkerverständigung.
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